Patronat: der Karmeliter; der Luftschiffe und Flugzeuge, der Autofahrer; gegen Gewitter und Feuersgefahr
besonders verehrt in den orthodoxen Ostkirchen
Lebenswerk und Wundertaten des großen Propheten Elias sind im Alten Testament der Bibel niedergeschrieben (1. Buch der Könige 17–19, 21; 2. Buch der Könige 1–2). Erzählt wird, dass Elias im 9. Jahrhundert v. Chr. in der Zeit der Könige Ahab und Achazja lebte und in Nordgaliläa in der Stadt Thisbe zur Welt kam. Sein Name (»mein Gott ist Jahwe«) war für Elias gleichzeitig seine Berufung: Sein Leben lang kämpfte er gegen den Baalskult und setzte sich für die alleinige Verehrung des einen und wahren Gottes Jahwe ein. Elias verkündete dem König Ahab und seiner Frau Jezabel als Strafe für ihre Verehrung der heidnischen Götter eine lange währende Dürre (1. Buch der Könige 17). Er selbst überdauerte diese Zeit zunächst an einem Bach, wo ihn Raben auf Gottes Befehl hin jeden Morgen und Abend mit Essen und Trinken versorgten. Dann wanderte er nach göttlicher Weisung weiter zu einer Witwe im Land der Sidonier, die ihr letztes Brot mit ihm teilte, worauf sich ihre Vorräte auf wundersame Weise wieder vermehrten. Hier soll Elias auch ihren Sohn wieder zum Leben erweckt haben. Im vierten Jahr der schrecklichen Dürre kehrte Elias auf Gottes Befehl zurück an den Hof von König Ahab. Es kam zu einer Versammlung des Volkes auf dem Berg Karmel und zu einer Art Kräftemessen zwischen den Priestern des Baalkultes und Elias als Vertreter des Jahwe. Erstere bereiteten ein Stieropfer vor, Elias baute einen Altar aus zwölf Steinen (für die zwölf Stämme Israels) und ließ seinen Altar, Opfertier und die darum befindliche Grube mit Wasser begießen. Das Opfer der Baalpriester wurde verschmäht, während Elias’ Opfer durch Flammen vom Himmel verzehrt wurde. Auf sein Geheiß hin wurden die Priester des heidnischen Kultes vom Volk ergriffen und getötet. Durch sein Gebet soll dann auch endlich der ersehnte Regen gekommen sein. Elias musste anschließend vor der rachsüchtigen Königin Jezabel in die Wüste fliehen. Gestärkt durch Offenbarungen und himmlische Speise, überdauerte er in einer Höhle des Berges Horeb auch diese Zeit. Nachdem Elias von Gott den Auftrag erhalten hatte, zunächst den König Hasael von Damaskus zu salben, machte er sich auf, den Elisa (Eliseus) zu finden, der an seiner Stelle Prophet werden sollte. Als er mit diesem den Jordan durchschritt – nachdem er dessen Wasser mit seinem Mantel geteilt hatte –, tauchte ein feuriger Wagen aus dem Himmel auf und nahm ihn mit. In der Bibel finden sich auch Hinweise darauf, dass Elias einst wieder auf die Erde zurückkommen soll (Prophet Maelachi 4, 5; Matthäusevangelium 17, 11). Im Judentum wird der Zeitpunkt seiner Rückkehr als Beginn des messianischen Zeitalters angesehen. Der Prophet Elias erfuhr auch von den Christen der byzantinischen und abendländischen Kirche seine Verehrung, erreichte hier aber nicht die Bedeutung wie im Judentum. Der Orden der Karmeliter bezieht sich aufgrund seiner Wundertätigkeit auf dem Berg Karmel auf ihn als einen ihrer ersten Beschützer und Heiligen. Auch im Islam ist Elias als Prophet aufgeführt, und es wird von seinen Wundertaten berichtet (hier wird er Ilias genannt).
Darstellung: als alter Prophet in Szenen seines Lebens
Attribute: Rabe oder Engel (die ihm in der Wüste Brot und einen Krug Wasser bringen); Knabe (den er zum Leben erweckte)

Quelle: Herder-Verlag